FAQs zum Neuordnungsverfahren

Seit wann gibt des den neuen Fachwirt für Versicherungen und Finanzen?

Die Verordnung über die Prüfung zu anerkannten Abschluss Geprüfte/r Fachwirt/Fachwirtin für Versicherungen und Finanzen ist am 01.01.2009 in Kraft getreten.

 



Warum wurde die Neuordnung der Fortbildung Versicherungsfachwirt überhaupt angestoßen?

Die Berufsaus- und Fortbildungen in der Assekuranz sollen auch in Zukunft den Anforderungen der Praxis entsprechen. Im Jahr 2006 wurde bereits die Ausbildung für die Kaufleute für Versicherungen und Finanzen reformiert.

 

Der neugeordnete Fachwirt bietet einen inhaltlich nahtlosen Anschluss an die Berufsausbildung und bereitet die Absolventen zielgerichtet auf ihre zukünftigen Aufgaben vor. Die Fortbildungsinhalte wurden an die Marktanforderungen angepasst. So haben die Bereiche Finanzen und Außendienst an Bedeutung gewonnen. Um den pädagogischen Trends Rechnung zu tragen, ist die neue Fortbildungsverordnung kompetenzorientiert formuliert. Das bedeutet, dass darin beschrieben ist, was der Absolvent nach der Fortbildung können muss. Sie ist sozusagen vom Ende her geplant, also von den konkreten Fähigkeiten und Fertigkeiten her, die er mit Abschluss der Fortbildung erwerben wird.

 



Wie wurden die zukünftigen Anforderungen an den Versicherungsfachwirt erhoben und welche Jahre wurden dabei in Betracht gezogen?

Als Werkzeug für die strategische Weiterentwicklung des Versicherungsfachwirts setzte das BWV die Methode der „Zukunftswerkstatt“ ein. Mit Hilfe der Szenariotechnik entwarfen hierbei Vorstände und Fachabteilungsleiter aus der Versicherungsbranche die Tätigkeitsfelder, in denen Versicherungsfachwirte im Jahr 2010 eingesetzt werden, und welche Kompetenzen sie dafür benötigen. Als Ergebnis identifizierten die Experten drei bedeutende Tätigkeitsbereiche: Im Außendienst direkt beim Kunden, als selbstständiger Unternehmer oder Führungskraft im Vertrieb und als Produktmanager bzw. Projektmitglied im Prozess der Produktentwicklung. Die Ergebnisse der Zukunftswerkstatt fungierten als Basis für das Neuordnungsverfahren.
 
Folgende Experten aus Versicherungsunternehmen und vom BWV nahmen an der 2-tägigen „Zukunftswerkstatt Versicherungsfachwirt“ im Jahr 2006 in Bad Homburg teil:

  • Jürgen Böhme: Wüstenrot und Württembergische Versicherung AG, Leiter Personalentwicklung
  • Wolfgang Flaßhoff: HUK-Coburg Versicherungsgesellschaften, Mitglied des Vorstands
  • Holger Beitz: Continentale Krankenversicherung a.G., Leiter Maklerorganisation
  • Manfred Christlieb: NÜRNBERGER Versicherungsgruppe, Leiter Vertragsverwaltung Leben
  • Thomas Hänselmann: Concordia Versicherungsgruppe, Leiter Landesdirektion NRW
  • Rainer M. Jacobus: Ideal Lebensversicherung a.G. Ideal Versicherung a.G., Vorsitzender der Vorstände
  • Thomas Kühl: Provinzial Nord Versicherungen, Bezirksdirektor Rostock
  • Wolf-Dieter Lang: Allianz Versicherungs-AG, Stellvertretender Personalleiter
  • Gregor Meyer: LVM Versicherungen, Personalleiter
  • Dr. Rudolf Schababerle: Karlsruher Versicherungen, Leiter Vertriebssteuerung 

  



Wer war an dem Neuordnungsprozess beteiligt?

Der Sachverständigenkreis setzt sich aus Vertretern von ver.di für die Arbeitnehmerseite und Vertretern des BWV und des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) für die Arbeitgeberseite zusammen.

Als Sachverständige der Arbeitgeber sind folgende Personen tätig:

  • Ingo Göll: Allianz Versicherungs-AG, Leiter betriebliches Bildungswesen
  • Klaus Helfrich: Generali-Versicherung, Bereich Technische Versicherungen
  • Dr. Gordon Schenk (Federführer): DIHK, Bereich Berufliche Bildung und Bildungspolitik
  • Dr. Katharina Höhn (Federführerin): BWV, Hauptgeschäftsführerin
  • Lüder Kaiser: Münchner Rück, Bereich Financial Risk/ Profit Center/ Financial Institutions
  • Heiko Scholz: Barmenia Krankenversicherung AG, Leiter Abteilung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
  • Wolfgang Schwarzer: BWV Dortmund, Geschäftsführer

 

Von Arbeitnehmerseite wurden folgende Personen als Sachverständige für die Neuordnung berufen:

  • Frank Lehmhagen (Federführer): ver.di Bundesverwaltung, Fachbereich Finanzdienstleistungen
  • Norbert Goergen, Allianz Versicherungs-AG, Betriebsrat
  • Karl-Heinz Mau: Debeka Versicherungen
  • Carola Roma: Allianz Lebensversicherungs-AG, NL Frankfurt/Main
  • Kerstin David: Provinzial Nord Brandkasse AG, Betriebsrat
  • Klaus Vitozzi: Hamburg-Mannheimer Vers.AG
  • Mario Pienn: Victoria Versicherungen AG

 

Im Laufe der Sachverständigenarbeit wurden Experten und Praktiker als Berater hinzugezogen, z.B. nahm Herr Professor Dr. Klaus Breuer, Inhaber des Lehrstuhls für Wirtschaftspädagogik an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, beratend an der ersten Sachverständigensitzung teil.

 



Inwieweit konnte der neugeordnete Versicherungsfachwirt enger mit der Unternehmenswelt verzahnt werden?

In der „Zukunftswerkstatt Fachwirt“ identifizierten die Experten drei Bereiche, in denen Fachwirte in Zukunft hauptsächlich tätig sein werden: Im Außendienst direkt beim Kunden, als selbstständiger Unternehmer oder Führungskraft im Vertrieb und als Produktmanager bzw. Projektmitglied im Prozess der Produktentwicklung. Diese Bereiche gewinnen innerhalb der Fortbildung an Bedeutung.

 

Um den Fortbildungsinteressierten eine passgenaue Ausrichtung auf ihre Tätigkeitsfelder und die Produktpolitik ihrer Unternehmen anbieten zu können, beinhaltet die Qualifikationsstruktur neben obligatorischen Bausteinen auch Wahlmöglichkeiten.

 



Wie ist der aktuelle Stand der Neuordnung?

Mitte Januar 2008 wurde die intensive Sachverständigenarbeit erfolgreich abgeschlossen. Die weiteren Schritte im Neuordnungsverfahren waren die Überprüfung des Verordnungsentwurfs durch den Hauptausschuss des BIBB (Bundesinstitut für berufliche Bildung) und das BMJ (Bundesministerium der Justiz) und die anschließende Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt am 29.08.2008.

 

Der neue Titel lautet „Geprüfte/r Fachwirt/Fachwirtin für Versicherungen und Finanzen“. 

 

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