Der Fachmann – gestern, heute und morgen
14. März 1991: Markus Bernhard, Makler aus Illerrieden bei Ulm, erhält als einer von 391 erfolgreichen Prüflingen seine Urkunde Versicherungsfachmann (BWV). Die Prüfungsnummer auf seinem Ausweis beweist, dass er vor allen anderen Prüfungsteilnehmern angemeldet wurde. Damit ist er der erste Vermittler in Deutschland, der den überbetrieblichen Abschluss erreicht und damit die umfassendste Personalentwicklungsmaßnahme der Deutschen Versicherungswirtschaft eingeläutet hat.
17. März 2011: Herr Bernhard ist auch heute noch erfolgreich tätig, und das war Grund genug, ihn anlässlich der Jubiläumsfeier „20 Jahre Versicherungsfachmann/-frau“ in einem kurzen Dokumentarfilm hervorzuheben und seine individuelle Erfolgsstory mit der Erfolgsgeschichte der Vermittlerqualifikation zu verbinden.
Bis heute wurden 180.395 Prüfungen abgenommen, 75,9 % davon erfolgreich. In seiner Festrede zeigte Herr Dr. h. c. Josef Beutelmann, Vorsitzender des BWV, die Entwicklung des Branchenprojekts zur Sachkundeprüfung der Industrie- und Handelskammern auf. Er machte deutlich, dass es von der Empfehlung der Europäischen Kommission bis zur endgültigen Umsetzung der Versicherungsvermittlerrichtlinie in nationales Recht 16 Jahre gedauert hat. Das BWV verbindet seine Gründung als eigenständiger Berufsverband der Versicherungswirtschaft mit der Fachmann-Prüfung und ist stolz darauf, damit richtungsweisend ein Prüfungsverfahren etabliert zu haben, das vom Verordnungsgeber und der Kammerorganisation Eins zu Eins übernommen werden konnte.
In einer anschließenden Podiumsdiskussion, moderiert von Herrn Prof. Dr. Matthias Beenken, wurden von Herrn Prof. Dr. Klaus Breuer, Universität Mainz, die berufspädagogisch-diagnostischen Aspekte des Prüfungsverfahrens hervorgehoben. In einem schriftlichen Teil wird die Fachkompetenz und in einem praktischen Teil die Methoden- und Sozialkompetenz auf den Prüfstand gestellt; das alles in zwei Tagen.
Frau Dr. Mona Moraht, Leiterin des Referats Gewerberecht beim DIHK, verdeutlichte, dass sich der DIHK bei Berufszulassungsregelungen stets für wirtschaftsfreundliche Lösungen ausspricht. Mit der Sachkundeprüfung Versicherungsvermittlung sei eine bereits bestehende Brancheninitiative in das öffentlich-rechtliche Prüfungssystem integriert worden. Es musste kein neuer Qualitätsstandard erfunden werden.
Herr Ludger Benda, Geschäftsführer der IHK Wuppertal-Solingen-Remscheid, zeigte auf, wie sich in den letzten drei Jahren zwischen der Kammerorganisation und dem BWV ein reibungsloses Zusammenspiel bei der Abnahme der Prüfungen entwickelt hat.
Herr Gerald Archangeli, Vorsitzender des Aufgabenauswahlausschusses und Vizepräsident des BVK, machte deutlich, dass der Anspruch der Prüfung hoch ist und der Aufgaben-Auswahl-Ausschuss darüber wacht, dass nur praxisorientierte Aufgaben in die Prüfung kommen.
Herr Dr. h. c. Josef Beutelmann betonte, dass trotz aller Unterschiede innerhalb der Versicherungs- und Finanzvermittlung eine Schnittstelle in den Bereichen Bausparen und Investment besteht.
Er ließ erkennen, dass das Thema systematische, regelmäßige Weiterbildung, so wie es in anderen Branchen bereits üblich ist, auch für Versicherungsvermittler bedeutsam werden könnte.
Mit dem Blick nach vorne stellte Herr Prof. Dr. Matthias Beenken die Frage, wo die Branche in fünf Jahren steht. Hier waren sich die Podiumsteilnehmer einig: Trotz der Automatisierung von Vertriebsprozessen und der zunehmenden Verlagerung ins Internet wird man auf qualifizierte Vermittler nicht verzichten können.



