25.08.09
Kolumne E-Learninglish (48)
Teil 48: „quote“
Als ich gerade dabei war, eine E-Learning-Begriffssammlung fertig zu stellen und ergebnislos nach einem Begriff suchte, der mit dem Buchstaben Q anfängt, war ich beinahe schon so weit, selbst einen zu erfinden. Gott sei Dank kann man in einer solchen Not auf jüngere Generationen zählen, die in ihrem Netz-Kauderwelsch immer etwas parat haben, mit dem sie mir und anderen ältern Herrschaften demonstrieren können, dass sie in einer anderen Welt leben (oder vielleicht auch wir). Leider gestaltet sich die Kommunikation etwas schwierig. In meiner Verzweiflung habe ich meinem Neffen im Vorbeigehen „Hey Daniel, sag doch mal was mit „Q“!“ zugerufen – Ich ging davon aus, dass er mir eh nicht zuhört. Das stimmte auch, denn seine Antwort war: „Alter, das geht grad nicht. Ich muss schnell eine Antwort bei FaceBook posten und aufpassen, dass ich die richtige Message quote.“
So einfach ist das. Die Erklärung hab ich mir dann woanders geholt.
Jetzt weiß ich also, dass eine „quote“ (engl. to quote = zitieren) ein Zitat ist, das Bezug nimmt auf einen bestimmten Textteil einer E-Mail oder einen einzelnen Beitrag in einem Forum. Man fügt den entsprechenden Textteil oder Satz noch einmal ein, auf den man gerade antwortet. Bei E-Mails ist das meist recht einfach. Sobald Sie auf „antworten“ Klicken wird eine neue E-Mail für sie geöffnet, die das Zitat – die E-Mail auf die sie Bezug nehmen – bereits enthält. Beim Chatten muss man sich behelfen. So kopiert man zum Beispiel die Betreffzeile des Beitrags, auf den man sich beziehen will in die eigene Nachricht, oder auch bestimmte Aussagen, die man kommentieren will.
Warum macht man so etwas? Wegen der Übersichtlichkeit. Wenn in einem Forum 30 Leute gleichzeitig diskutieren, können sie nie vorhersagen, ob ihre Antwort direkt nach dem betreffenden Beitrag erscheint oder ob sich ein paar andere dazwischen „mogeln“. Damit man erkennt worauf Sie Bezug nehmen, liefern Sie ein Kurzzitat oder einen Verweis mit.
Aha, ich quote also seit Jahren. Schön, dass ich das jetzt auch beim Namen nennen kann. Man weiß ja nie wozu so was gut ist.
Christian Fendl
Deutsche Versicherungsakademie (DVA)
Hinweis: Teil 1 - 47 der Kolumne E-Learninglish können Sie hier nachlesen.


