25.07.09
Kolumne E-Learninglish (47)
Teil 47: „Ego Surfing“
Das Internet hat nicht nur Gutes hervorgebracht, das wissen wir alle. Eine typische Internet-Begleiterscheinung ist das so genannte Ego Surfing. Viele bezeichnen es sogar als Krankheit. Ich würde allerdings nicht so weit gehen, denn ich habe es auch schon getan, ohne davon süchtig zu werden.
Man spricht von Ego Surfing, wenn Personen (regelmäßig) ihren Namen und ihren Ruf im Internet überprüfen. Einmal kurz den Vor- und Zunamen (oder auch das Pseudonym) in Google eingetippt, und schon kann der eine oder andere stolz davon berichten, dass es immerhin 12 Treffer gibt. Viele versuchen die Zahl zu erhöhen, falls der Nachbar mit 20 Treffern kontern kann. Das stellt im Zeitalter von Wikis, Blogs usw. kein Problem dar.
Sie finden das ein wenig egozentrisch, aber im Grunde genommen harmlos? Sie haben Recht. Es ist harmlos, kann aber unerwünschte Nebenwirkungen haben. Man sollte sich deshalb darüber im Klaren sein, was im Hintergrund passiert. Immerhin gibt man unter Umständen bereitwillig Daten preis, die nicht nur für unerwünschte Werbung genutzt werden können.
Was glauben Sie? Wie viele Personalleiter „googeln“ nach den Namen ihrer Bewerber? Man bekommt dabei nicht nur einen guten Einblick in Veröffentlichungen und die sprachlichen Fähigkeiten des Bewerbers, sondern sehr oft auch in Dinge, die der Betreffende bestimmt nicht im Vorstellungsgespräch verraten würde.
Ich garantiere Ihnen, dass das Recherchieren von Bewerberinformationen im Internet bereits in naher Zukunft zu den Standardverfahren in der Personalauswahl gehören wird.
Was hat das mit E-Learning zu tun? Nun, das möchte ich vor allem den E-Learning-Trainern und auch Teilnehmern als Denksport-Aufgabe mit auf den Weg geben.
Christian Fendl
Deutsche Versicherungsakademie (DVA)
Hinweis: Teil 1 - 46 der Kolumne E-Learninglish können Sie hier nachlesen.


